Arbeitsmarkt
Allgemeines zum Arbeitsmarkt in Dänemark Ende des 1. Halbjahres 2008
Die Erwartungen an die dänische Wirtschaft sind weiterhin positiv. Das dänische Finanzministerium erwartet für 2008 eine Steigerung des BIP von 1,25 %, während für 2009 von einer Steigerung von lediglich 0,75 % ausgegangen wird. Dieser Rückgang ist u. a. auf einen sich abschwächenden Immobilienmarkt, ein rückläufiges Auslandswachstum, eine geschwächte Wettbewerbsfähigkeit und eine erhöhte Inflation, vor allem durch die Energiepreise zurückzuführen.
Die registrierte Arbeitslosigkeit betrug im März 2008 weniger als 2 % aller Erwerbspersonen, was der niedrigste Wert seit den Siebziger Jahren ist und damit sogar unter dem erwarteten Wert liegt. Die Arbeitslosigkeit dürfte sich um den Sommer herum abflachen, wonach sie hiernach in den restlichen Monaten von 2008 und 2009 insbesondere infolge des rückläufigen Nachfragewachstums voraussichtlich zunehmen wird. Auf Jahressicht wird sich die Arbeitslosigkeit 2008 vermutlich um 25.000 Personen verringern und im Jahr 2009 um 10.000 Personen erhöhen.
Im Zeitraum von 2004 bis 2007 ist die Arbeitslosigkeit um etwa 83.000 Personen zurückgegangen, während die Beschäftigung im gleichen Zeitraum um ca. 120.000 Personen zugenommen hat. Die Zahl der Erwerbspersonen stieg somit um 37.000 und entspricht in etwa 1/3 des Beschäftigungszuwachses, was bei einem Konjunkturhoch nichts Außergewöhnliches ist. Der Druck auf den Arbeitsmarkt ist groß, und die Arbeitslosigkeit liegt wesentlich unter der Strukturarbeitslosigkeit, die das Niveau widerspiegelt, das mittelfristig mit einer stabilen Lohn- und Preisinflation vereinbar ist.
In den vier Beschäftigungsregionen herrscht nach wie vor ein Mangel an Arbeitskräften in verschiedenen Branchen. Die Unternehmen in allen vier Regionen haben insbesondere Probleme, neue Mitarbeiter im Baugewerbe, insbesondere Zimmerer und Elektriker zu rekrutieren. Auch im Dienstleistungssektor herrscht ein Mangel an Arbeitskräften in allen Regionen, z. B. im Bereich Verkauf, aber auch im öffentlichen Sektor.
Die Beschäftigungsregionen erwarten eine weitere Beschäftigungssteigerung in den meisten Sektoren. Insbesondere treiben der private Dienstleistungssektor und das Baugewerbe die nach wie vor steigende Beschäftigung an.
Quelle:
Wirtschaftsbericht - Mai 2008 - dänisches Finanzministerium –
Beschäftigungsregion Süddänemark
Die Arbeitsmarktbilanz für das 2. Halbjahr 2008 zeigt, dass süddänische Unternehmen im Frühjahr 2007 vergeblich Arbeitskräfte in einer Größenordnung gesucht haben, die etwa 6.850 Stellen entspricht.
Somit beträgt die Anzahl erfolgloser Stellenbesetzungen 1,1 % der gesamten Beschäftigung in Süddänemark. Der aktuelle Mangel in Süddänemark entspricht dem Niveau auf Landesebene, wo die vergebliche Rekrutierung 1,3 % der Beschäftigung oder 37.731 Stellen entspricht. Süddänemark erlebt somit Rekrutierungsprobleme, aber im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Frühjahr 2007 zeigt die Entwicklung einen kleineren Rückgang der Zahl vergeblicher Rekrutierungen.
Die Zahl der Vollarbeitslosen von 9.373 im März 2007 ist im März 2008 auf 5.020 gesunken, was einem Rückgang von 46,4 % entspricht.
Dies zeigt, dass die Arbeitslosenquote von 2,6 % im März 2007 auf nunmehr lediglich 1,4 % im März 2008 zurückgegangen ist.
Quelle:
Arbeitsmarktüberblick 1. Halbjahr 2008 - Beschäftigungsregionen -
http://www.brsyddanmark.dk/graphics/syddanmark%20filer/analyser/arbejdsmarkedsoverblik/brsyddk%20juni%202008%20hfp.pdf
Hier besteht der größte Mangel an Arbeitskräften in der Region Süddänemark:
1. Industrieschlachter
2. Zimmerer
3. Baumaler
4. Elektriker
5. Fernfahrer
6. Verkaufsassistent
7. Kfz-Mechatroniker
8. Friseur
9. Verkäufer
10. Krankenpfleger
11. Verkäufer im Einzelhandel
13. Sozial- und Gesundheitshelfer
14. Lagerarbeiter
15. IT-Fachkräfte
16. Radio-/Fernsehtechniker
17. Systementwickler
18. Futtermeister
19. Betriebsleiter
20. Projektleiter Baugewerbe
Die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung in Schleswig-Holstein
Im abgelaufenen Jahr konnte der deutsche Arbeitsmarkt von der nachhaltig günstigen Konjunkturentwicklung profitieren. Allein in Schleswig-Holstein stieg die Anzahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter um 15.500 auf 815.000. Auch der Landesteil Schleswig konnte von dieser Tendenz profitieren, die noch anhält. Im Mai 2008 entsprach die Arbeitslosigkeit dem Stand vom Oktober 2002. Die Arbeitslosenquote betrug 8,5 %.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat zu den ersten Engpasssituationen in einigen Branchen geführt:
Die große Nachfrage nach Arbeitskräften in Dänemark hat zu einer zusätzlichen Entlastung des Arbeitsmarktes im Landesteil Schleswig geführt. Im 1. Quartal 2008 nahmen 100 Arbeitslose an Dänischkursen teil. Viele von ihnen streben eine Arbeitsstelle im Nachbarstaat an.
Allgemeines zum Arbeitsmarkt in Deutschland im ersten Quartal 2008
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat das reale Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2008 saison- und kalenderbereinigt um 1,5 Prozent zugenommen. Die Frühindikatoren wie der ifo- Geschäftsklimaindex und die Auftragseingänge deuten aber für den weiteren Jahresverlauf auf eine Abschwächung der Wachstumsrate hin. Der Arbeitsmarkt hat sich weiter positiv entwickelt. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, für die Daten bis Mai bzw. April vorliegen, legten weiter zu, wenn auch aufgrund saisonaler Sondereffekte zuletzt nur noch wenig. Das Stellenangebot bewegt sich auf hohem Niveau. Die Arbeitslosigkeit ist im Juni saisonbereinigt wieder deutlich gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr steht einem kräftigen Plus bei der Beschäftigung ein deutliches Minus bei der Arbeitslosigkeit gegenüber. Hauptgrund für die Abnahme der Arbeitslosenzahl dürfte nach wie vor das positive konjunkturelle Umfeld sein, unterstützt durch die Arbeitsmarktreformen und den Rückgang des Arbeitskräfteangebots.
Entwicklung im Bund
Die Arbeitslosigkeit hat sich von Mai auf Juni um 123.000 auf 3.160.000 verringert. Ein Rückgang ist im Juni üblich; er fiel genau so stark aus wie im Durchschnitt der letzten drei Jahre (-123.000). Saisonbereinigt errechnet sich ein deutlicher Rückgang von 38.000, nach +2.000 im Mai und -5.000 im April. Die Sicht auf die reale Entwicklung war in den letzten Monaten erschwert. Die vergleichsweise milde Witterung und das Saison-Kurzarbeitergeld haben die üblichen saisonal bedingten Belastungen erheblich gemildert, was vom Saisonbereinigungsverfahren nur zum Teil berücksichtigt werden kann. Gleicht man diesen Effekt durch die Bildung eines Durchschnitts über die Winter und Frühjahrsmonate aus, errechnen sich von Dezember bis Mai saisonbereinigte Abnahmen von monatsdurchschnittlich 46.000. Das Minus von 38.000 im Juni knüpft an diese Entwicklung an.
Arbeitslosenquoten
Die Arbeitslosenquote, auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen, belief sich im Juni 2008 auf 7,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr nahm sie um 1,3 Prozentpunkte ab. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote verringerte sich gegenüber dem Vormonat auf 7,8 Prozent. In Ostdeutschland war die Quote mit 12,7 Prozent mehr als
doppelt so groß wie im Westen mit 6,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr verkleinerte sie sich in West- und Ostdeutschland um 1,1 bzw. 2,0 Prozentpunkte.
Lt. Bundeswirtschaftsministerium wird die Wachstumsprognose für 2008 dann noch 2 Prozent werden.
Im Frühjahr 2007 sei die wirtschaftliche Dynamik stärker ausgefallen als erwartet, sagte der Bundeswirtschaftsminister am 25. Oktober in Berlin. Gleichzeitig flache aber nach fünf Jahren stetigen Wachstums der Welthandel etwas ab und damit die Schubkraft der Weltwirtschaft.
Die Wachstumsprognose der Bundesregierung geht daher von einer weiteren Verlagerung der Wachstumskräfte vom Export hin zur Binnenwirtschaft aus. Die günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt spricht dafür.
Beschäftigung steigt weiter
Die Zahl der Arbeitslosen wird dieses Jahr um 700.000 sinken. Dieser Trend werde anhalten, so dass die Arbeitslosigkeit bis Ende 2008 auf etwa 3,3 Millionen fällt. Das wäre der tiefste Stand seit über zehn Jahren.
Gleichzeitig verzeichnet Deutschland die höchste Zahl an Arbeitsplätzen, die es je gab. Vor allem ist es gelungen, die Sockelarbeitslosigkeit abzubauen.
Quelle:
www.bundesregierung.de
Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland Juni 2008. Herausgegeben von der Bundesagentur für Arbeit - http://www.arbeitsagentur.de >> Veröffentlichungen >> Statistik >> Aktueller monatlicher Arbeitsmarktbericht
Die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung in der deutsch-dänischen Grenzregion
Region Syddanmark (ohne Fyn)
Im letzten Jahr war die wirtschaftliche Entwicklung in Dänemark besonders günstig. Das Wachstum der Wirtschaft bringt es mit sich, dass man aktuell die niedrigste Arbeitslosigkeit seit mehr als 30 Jahren hat. Nach den aktuellsten Arbeitslosenzahlen (März 2008) beträgt die Arbeitslosigkeit in Südjütland* nur 1,4 % gegenüber 2,6 % im gleichen Monat 2007.
Die positive Entwicklung bei der Beschäftigung und die niedrige Arbeitslosenrate bringen es mit sich, dass dänische Unternehmen in ständig steigendem Umfang versuchen, Arbeitskräfte aus dem Ausland zu rekrutieren.
Die aktuellste Berechnung der Beschäftigungsregion Syddanmark des Mangels an Arbeitskräften zeigt, dass es aktuell richtig gute Stellenangebote in 297 Stellenkategorien in Süddänemark gibt.
Die Beschäftigtenregion hat die Mangelsituation untersucht und stellt fest, dass der Mangel von Arbeitskraft die wesentliche Motivation dafür ist, dass die Unternehmen Arbeitskräfte aus dem Ausland rekrutieren, während die übrigen Parameter wie der Bedarf an spezielle fachliche Kompetenzen und billige Arbeitskräfte nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Die süddänischen Unternehmen erwarten jedoch einen Rückgang der Anzahl der Rekrutierungen in den kommenden Monaten. Am markantesten ist der Rückgang im Bereich Bau und Anlagenbau, aber er ist generell in allen Branchen feststellbar.
Unternehmen, die Erfahrung mit ausländischen Angestellten haben, führen an, dass die sprachlichen Barrieren die größte Herausforderung darstellen. Das ist auch die konkrete Erfahrung die Eures Crossborder in Verbindung mit vielen Stellen gemacht hat, die durch das Netzwerk im letzten Jahr besetzt wurden. Es ist deshalb von großer Bedeutung für den einzelnen Jobsucher, Dänischkenntnisse zu haben, wenn man einen Job in Dänemark möchte.
* Umfasst die Kommunen Aabenraa, Haderslev, Tønder, Sønderborg, Vejen, Fanø, Esbjerg, Varde, Fredericia, Kolding, Vejle und Billund.
Besonderes zum Arbeitsmarkt im Landesteil Schleswig (Stadt Flensburg, Kreis Schleswig-Flensburg und Kreis Nordfriesland) gegen Ende des ersten Quartals 2008
Ende März 2008 wurden insgesamt 20.534 Arbeitslose gezählt, was im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang um 2.868 bzw. etwa 12,3 % entspricht.
Die Arbeitslosenquote hat sich gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozentpunkt verbessert, von 10,6 % in März 2007 bis 9,6 % in März 2008.
Hier besteht der größte Mangel an Arbeitskräften im Landesteil Schleswig
Quelle:
Gemeinsamer Arbeitsmarktbericht Sønderjylland/Schleswig Nr. 13 Mai 2008 – Herausgegeben vom Jobcenter Aabenraa und von der Agentur für Arbeit Flensburg
http://www.eures-kompas.eu
Nützliche Informationen für Arbeitssuchende
Es herrscht ein ausgesprochener Mangel an Arbeitskräften im gesamten Gebiet Südjütland, und südlich der Grenze im Landesteil Schleswig wird ein wachsender Bedarf verzeichnet.
Man kann sich über den Bedarf für Arbeitskräfte im Internet informieren oder sich an das örtliche Jobcenter wenden. Auf deutscher Seite kann man sich an die Arbeitsagentur wenden.
Stellensuche - wo?
Bürger eines EU-Staates haben Anspruch auf Arbeitsvermittlung, auch in einem anderen EU-Staat.
Man kann sich also beim Jobcenter in Dänemark und bei der Agentur für Arbeit in Deutschland arbeitslos melden. Im grenznahen Gebiet werden Informationen über freie Stellen unter den Arbeitsvermittlungsstellen auf beiden Seiten der Grenze ausgetauscht.
In diesem Gebiet kann man bei der Agentur für Arbeit (http://www.arbeitagentur.de) auf der deutschen Seite und im Jobcenter auf der dänischen Seite, www.jobnet.dk, Informationen über freie Stellen suchen.
Die ausgeschriebenen Stellen sind auch in den Zeitungen, örtlichen Wochenzeitungen oder im Internet zu finden, z. B. unter
Stellen in Südjütland und Dänemark
Aktuelle freie Stellen in Dänemark: www.workimport.dk
Aktuelle freie Stellen in Dänemark: www.jobnet.dk
Aktuelle freie Stellen in Südjütland: www.sydjob.dk
Stellen in Schleswig-Holstein
Aktuelle freie Stellen in Deutschland: www.arbeitsagentur.de
Information für Grenzpendler
Praktische Informationen für Grenzgänger: www.pendlerinfo.org
Praktische Informationen für Grenzgänger: www.eures-kompas.eu
Eures-Kompas hat ebenfalls viele Links zu den verschiedenen Datenbanken, siehe:
oder
Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Vermittlungsstellen, die sich auf die Arbeitsvermittlung über die Grenze hinweg spezialisiert haben, und zwar:
Quelle:
Gemeinsamer Arbeitsmarktbericht Sønderjylland/Schleswig Nr. 13 Mai 2008 – Herausgegeben vom Jobcenter Aabenraa und von der Agentur für Arbeit Flensburg
Stellenbewerbung - wie?
Eine Bewerbung an einen dänischen Arbeitgeber besteht in der Regel aus folgenden Unterlagen:
In Kooperation mit EURES in Flensburg hat das Regionskontor & Infocenter eine kleine Broschüre mit dem Titel "Bewerbung in Dänemark" erstellt.
Die Broschüre informiert darüber, wie man eine Bewerbung schreibt sowie darüber, wie ein Vorstellungsgespräch in Dänemark verlaufen kann.
Eine Bewerbung in Dänemark und eine Bewerbung in Deutschland unterscheiden sich u. a. darin, dass man in Dänemark normalerweise keine Prüfungsunterlagen und Zeugnisse beifügt, während diese Unterlagen in Deutschland stets beigefügt werden. Außerdem fügt der Bewerber immer ein Lichtbild bei.
Eine Bewerbung in Deutschland ist vom Stil her auch viel förmlicher, als es in Dänemark der Fall ist.
www.pendlerinfo.org >>Publikationer>>Bewerbung in Dänemark
Für Bewerbungen an deutsche Arbeitgeber hat die Arbeitsagentur einen Leitfaden in einer JOBPROFI-Kurzbroschüre herausgegeben, die im Internet heruntergeladen oder hier gelesen werden kann: